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Raucherentwöhnung im Gehirn

„Nikotin hat eine vergleichbar hohe Suchtrate wie Heroin!“ So starke Aussagen tätigten Fachleute bei einem Symposium in den Sandwich Laboratories der Pharmafirma Pfizer in England. Klinische Psychologin Dr. Gay Sutherland: „Viele Raucher glauben, dass sie leicht aufhören können, erfahren aber schnell, wie schwierig es wirklich ist. Das liegt daran, dass Rauchen psychogene Effekte im Gehirn bewirkt, bestimmte Substanzen anregt, die Wohlbefinden signalisieren. Der gleiche Effekt, den harte Drogen auslösen. Außerdem kann der Raucher jederzeit und je nach Stimmung und Situation die Nikotindosis , die der Körper braucht, durch Häufigkeit und Tiefe der Inhalation  selber bestimmen. Im Tabak sind 4000 Chemikalien enthalten, in einer Zigarette durchschnittlich 10 rng Nikotin. Neueste Untersuchungen haben ergehen, dass Nikotin nicht durch die Lunge, sondern auch die Haut aufgenommen wird (Passiv rauchen ) Die Inhaltstoffe er­reichen innerhalb 10 Sekunden nach dem Einatmen das Gehirn. Kardiologe Dr. Salomon Azoulay: „Das zentrale und das periphere Nervensystem werden durch Nikotinaktiviert. Im Gehirn gibt es dafür spezielle Andockstellen‘. Diesem Prinzip zufolge entwickeln Forscher nun eine völlig neue Anti-Rauchertherapie. Ein neues Medikament, Varenicline genannt, soll diese Rezeptoren besetzen, dadurch die Befriedigung durch Rauchen ausschalten und den Suchtmechanismus durchbrechen. Es befindet sich aber noch im Versuchsstadium.

Bericht in der Steirer Krone 07.08.2004 Karin Podolak